Lokale Gaming-Communities am Land: Vom Wirtshaus-Stammtisch zum E-Sport-Turnier

12 Dez 16:13 2024 von Redaktion International Print This Article

In vielen ländlichen Gebieten Österreichen waren Bildschirme, Konsolen und Headsets vor 10 Jahren kaum vorstellbar im öffentlichen Raum. Sozialisiert wurde vor allem in alten Wirtshäusern, auf Dorffesten oder beim Zaungespräch mit dem eigenen Nachbar. Das hat sich in den letzten Jahren aber stark verändert.

Dank technologischer Fortschritte sowie der gesteigerten Anzahl an Möglichkeiten gibt es mittlerweile einen regelrechten Nährboden für digitale Spiele. Das gilt im Privaten, wie etwa durch den bequemen digitalen Besuch bei Surfplay Österreich, aber auch im Gemeinsamen, wenn immer mehr Spieler sich zu Gaming-Events treffen und eine besondere Art der Digitalisierung vorantreiben.

Aber wie genau sieht das in der Praxis aus und was bedeutet das für den lokalen Raum? Nachfolgend werfen wir einen genaueren Blick hierauf und analysieren, wie das Gaming die Art und Weise, wie Menschen zukünftig miteinander agieren für immer verändern könnte.

Neue Freizeitgestaltung im ländlichen Raum

Seit 2018 hat sich in der Marktgemeinde Brixlegg in Tirol, eine Ortschaft mit nur rund 3.100 Einwohnern, eine bemerkenswerte Gaming-Szene etabiliert. Zunächst fing alles mit spontanen Treffen im Nebenzimmer eines Wirtshauses an. Dort traf sich wöchentlich ein kleiner Kreis junger Leute, die gemeinsam Rennspiele auf einer Konsole gespielt haben.

Während im Hauptraum traditionell Tarock gespielt und Schnaps getrunken wurde, ging es im Nebenzimmer auf der digitalen Rennstrecke heiß her. Das Interesse der jungen Spieler wuchs, was zu neuen Arten der Kommunikation, die auch bei der landesweiten Kommunikationsübung im Fokus stehen, und dem Ausprobieren neuer Spieler geführt hat.

Schnelles Internet als Grundvoraussetzung für den digitalen Fortschritt

Einer der wichtigsten Faktoren für das gestiegene Interesse an digitalen Spielen im ländlichen Raum ist der verbesserte Breitbandausbau. Spätestens seit 2020 sind in zahlreichen Gemeinden Ober- und Niederösterreichs Glasfaseranschlüsse verfügbar, mit denen die Kommunikation und das eigentliche Spielen einfacher als jemals zuvor ist. Demnach haben laut einer internen Befragung von einem lokalen Internetanbieter mehr als 64 % aller Häuser im Beziek Liezen (Steiermark) 100 Mbit/s oder mehr.

Dank dieser soliden technischen Basis können sich Spieler auf den Spielspaß und den gegenseitigen Austausch fokussieren, was im gleichen Atemzug auch die Einstiegshürden verringert. Damit haben auch Menschen Interesse an E-Sports bekommen, die zuvor nur zum Zuschauen verdammt waren.

Gaming-Vereine auf dem Land und digitale Turniere mit echter Substanz

Dieses gestiegene Interesse hat dazu geführt, dass viele junge Menschen Gaming-Vereine gegründet haben oder Teil dieser wurden. Ein gutes Beispiel hierfür ist der E-Sportverein Pongau, der 2019 im gleichnamigen Ort mit rund 900 Einwohnern gegründet wurde. Während sich zu Beginn rund ein Dutzend Mitglieder zum Zocken trafen, organisierte der Verein das erste eigene Turnier im örtlichen Veranstaltungssaal. Das Turnier umfasste dabei drei verschiedene Disziplinen, in denen die 40 Teilnehmer gegeneinander antreten mussten und etwa 80 Zuschauer die Chance hatten zuzuschauen.

Während diese Zahlen im Vergleich zu Städten natürlich überschaubar wirken, waren sie für die dörflichen Dimensionen ein Achtungserfolg. Begeistert vom Anklag bei den jungen Menschen stellte die örtliche Gemeindeverwaltung gerne Räume zur Verfügung und auch ortsansässige Betriebe beteiligten sich mit kleinen Buffets und Erfrischungen.

Nachdem die Covid-Pandemie einige Einschränkungen mit sich brachte, die allerdings aufgrund der digitalen Natur der Spiele nicht allzu groß ausgefallen waren, konnten wieder steigende Teilnehmer- und Zuschauerzahlen verzeichnet wurden. Dadurch kommen mittlerweile sogar Spieler und Zuschauer aus umliegenden Dörfern, um das lokale Spektakel verfolgen zu können.

Interesse an digitalen Spielen kommt nicht nur von der Jugend

Selbstverständlich stellen Jugendliche und junge Erwachsene den größten Teil der Interessenten am Gaming. Allerdings bedeutet das nicht, dass nicht auch ältere Menschen Gefallen an Videokonsolen, E-Gaming und Co. haben. Demnach gibt es einige Berichte, wie besonders Väter zunächst “nur aus Interesse” zu Gaming-Veranstaltungen gegangen sind, um zu verstehen, was der eigene Sohn in seiner Freizeit macht.

Aufgrund der mitreißenden Natur der Spiele und der besonderen Dynamik von Gaming-Treffen hat sich jedoch schnell gezeigt, dass die Väter selbst auch Interesse an den digitalen Videospielen haben. Mittlerweile ist es in einigen nur allzu normal, dass der Vater mit seinem Sohn “trainiert” und diese digitale Fußbälle über den virtuellen Rasen kicken oder die Reifen auf der digitalen Rennstrecke zum Glühen bringen.

Und das Interesse steigt weiterhin. Heutzutage kommen immer mehr Menschen auf den Geschmack von Videospielen - ganz egal, ob es dabei an der eigenen Konsole im Wohnzimmer, am Tablet auf dem Sofa oder doch lieber dem Smartphone in der Bahn ist. Durch die Entwicklung von Grafik-Chips sowie die vielfältigen digitalen Welten, die es zu erkunden gibt, werden stets neue Möglichkeiten geschaffen.

Alles in allem ist klar, dass das Gaming gekommen ist, um zu bleiben. Durch die Weiterentwicklung von Basis-Technologien, wie Internet und Prozessoren sowie die kreativen Köpfe, die stets neue Spiele entwickeln, haben immer mehr Menschen Interesse am Gaming gefunden. Für örtliche Gemeinden in Österreich heißt das vor allem, dass die Art und Weise, wie Anwohner ihre Freizeit gestalten nachhaltig verändert wird. Zukünftig wird vermutlich immer mehr im virtuellen Raum stattfinden, um Menschen dort eine einfache und effektive Möglichkeit des Zusammenkommens zu bieten.



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